Lange Zeit, kein Eintrag und doch hat sich so viel getan. Das wichtigste vorweg: das Rennrad ist endlich da. Nachdem der Frustlevel bei mir schon gewaltig hoch war nachdem die Kollegen mj und Hekker ihre Renner mit jeweils einem Tag Abstand bekommen haben. Da sind also zwei Tage hintereinander wirklich feine Geraete im Buero herumgestanden und mir ist der Geifer nur so aus den Mundwinkeln getropft. Gerade das Geraet vom Hekker war wirklich ein Stich ins Herzilein, so edel sieht's aus. Ein wirklich schoener Rahmen mit vielen Ecken und fast kompletter Dura Ace Ausstattung inkl. Maschinengewehrsound im Leerlauf. So wissen alle im Umkreis von 150 Metern das der Heinz anrollt und sie sich gefaelligst in den Dreck zu werfen oder als Alternative Rosenblaetter zu streuen haben.
Aber ich schweife ab - zurueck zu meinem Renner. Ich war ja wirklich gefrustet und auch etwas in Panik, weil Yairs MTB ebenfalls bei der IG Fahrrad bestellt war und auch eine laengliche Lieferdauer hatte. Der junge Mann war zwar wirklich sehr geduldig, aber den angesagten Termin wusste er natuerlich und konnte auf den Tag genau sagen wie lange er schon gewartet hatte und noch warten muss. Nach der xten Rueckfrage wegen meinem Renner (am 6. Maerz bestellt, am KV standen max. 3 Wochen Lieferzeit und Wolfgang meinte 10 Tage maximal) vorigen Mittwoch hiess es wenigstens dass das MTB puenktlich kommt und ich es holen kann. Gut, nachdem ich diesbezueglich eh nix mehr glaub wollte ich Tags darauf noch schnell im Geschaeft reinspringen und abklaeren ob eh alles da ist bevor ich mit Yair antanze. Weil mit einem Kind Rad holen gehen und das ist dann nicht da - na da will ich nicht dabei sein.
Gut, ich also hin und wie ich (wie immer) bei der Ampel Rembrandtstrasse/Donaubundesstrasse steh seh ich den Mechaniker von der IG Fahrrad auf einem rosa Rennrad (ja, jetzt hab ich die Farbe verraten) herumeiern. Hui, so viele wirds davon ja nicht geben. Aber was geht: schwarze Gabel? Oh je. Also rein ins Geschaeft: ja ist mein Rad. Aber was geht denn noch: fetter Aufdruck quer ueber das Unterrohr - war so nicht bestellt. Also gleich zwei mal ad hoc Frust. Dafuer gleich ein Frustdaempfer - statt kompletter 105er Ausstattung ist bis auf die 105er Bremsen alles Ultegra oben, weil die Zusammenstoepsler grad nichts anderes hatten.
Als Kommentare fuer die Frustpunkte gab es einerseits, dass der Aufdruck am Unterrohr auch zu Verwunderung gefuehrt hat (hilft mir aber auch nix) und dass "das Werk" gemeint hat, sie Lackieren keine Gabeln mehr. Na super. Da haette ich also gleich eine Carbongabel nehmen koennen und nicht Alu. Aber wurscht. Schwarze Gabel sieht eh auch Schmuck aus - der Aufdruck aber nicht. Hmmm, Ultegra drauf. Na ja, sind wir so halbert versoehnt wenn auch nicht wirklich gluecklich.
Tja... aber sonst ist alles ganz schoen. Der Rahmen ist zwar nicht so huebsch wie der vom Hekker, aber die Farbe ist wirklich so wie ich's mir vorgestellt hab. Bei der kleinen Probefahrt Richtung Augarten ist mir dann aufgefallen, dass das Schalten der Kettenblaetter etwas seltsam ist - der Umwerfer bewegt sich teilweise nur ein paar Milimeter, macht aber auch das zufriedene Klicken eines erfolgreichen Schaltvorgangs. Hm, im Geschaeft meinen's es passt alles - der Mechaniker murmelt noch etwas von wegen 3fach Kurbel und Schaltung die auf 2fach ausgelegt ist (ja, genau wenn auf den Schalthebeln 'Shimano Flight Deck Tripple' drauf steht, liegt das ja auf der Hand). Gut, ich hab das mal nicht naeher verfolgt und mir gedacht, dass man das sicher selbst feintunen wird koennen (aka "da Hekker wirds schon richten"). Der hats dann auch gerichtet, allerdings nicht mit Werkzeug sondern mit einer Erklaerung. Diese Milimeterschritte sind naemlich kein Bug, sondern ein Feature! Und zwar sind sie ein Fix des alten Problems mit dem Querstehen der Kette wenn man am grossen Kettenblatt und am groessten Ritzel ist. Dann schleift naemlich normalerweise die Kette. Beim mittleren Kettenblatt gilt das dann fuer das kleinste und das groesste Ritzel, beim kleinen Kettenblatt halt fuer das kleinste Ritzel. Dadurch "verliert" man dann natuerlich ein paar Gaenge wenn man nicht mit dem Laerm und dem vergroesserten Energie- und Materialverschleiss leben will. Und der besagte Zwischenschritt sorgt nun aber dafuer, das genau diese Grauzonen auch geschalten werden koennen ohne das die Kette am Umwerfer scharrt.
Beim ersten laengeren Fahren in Richtung Wohnung hab ich dann bemerkt, dass mir die Haende nach ziemlich kurzer Zeit weh tun. Also noch ein bissl am Sattel herumgespielt das der jetzt auch passt (war am Anfang zu sportlich eingestellt). Hekker meinte, dass es vielleicht am "normal" montierten Vorbau liegt. Der ist bei Rennraeder horizontal zum Boden, daher ist der Lenker von Haus aus etwas tiefer als bei anderen Raedern. Menschen die MTB gewohnt sind drehen den Vorbau daher sehr gerne um, wodurch dieser dann eine gewisse Schraeglage bekommt man sich ein paar Zentimeter weniger weit runterbuecken muss. War z. B. bei meinem alten Renner so: da hab ich mich immer etwas geaergert weil ich dadurch den Garmin nicht richtig gut lesen konnte - das geht jetzt mit horizontalem Vorbau wirklich gut.
Egal, bei Schmerzen in den Haenden nutzt mir ein gut ablesbarer Garmin aber auch wenig. Daher einen Termin beim Hekker vereinbart zwecks moralischer Unterstuetzung beim Umdrehen des Vorbaus (was eine etwas heftigere Aktion ist, weil man den Steuersatz rausnehmen und somit nachher auch wieder einstellen muss - was wiederum ein Mysterium an sich ist). Hekker meinte dann, das mein Lenker auch sehr sportlich montiert ist. Mittlerweile zucke ich immer geschreckt zurueck, wenn jemand meint "das ist aber sportlich" waerend er auf mein Rad zeigt. Und ja - im Vergleich zu seinem alten Scott und auch zu seinem neuen Ridley ist meiner sehr weit unten. Das wars dann auch - einfach den Lenker etwas gedreht (eine Sache von 2 Minuten) und die Haende sind wieder versoehnt. Irgendwas ist ja bei den Lenkern jetzt neu - es gibt kaum mehr die formschoenen ganz runden Lenker, sondern so seltsam gebogene Dinger die Hekker und ich voreilig als Damenlenker deklariert hatten. Und die Lenker scheinen insgesamt etwas niedriger als die alten zu sein. Auf jeden Fall gilt irgendwie gefuehlsmaessig (hallo Pfoten) die alte Regel nicht mehr, das der untere Teil des Lenkers horizontal zum Boden zu sein hat damit der Lenker korrekt sitzt.
Na ja - auf jeden Fall wieder eine Menge gelernt. Fotos gibts eventuell bald, Mark hat gemeint er macht was.
Und nein, gescheite Ausfahrt gabs noch nicht - am Wochenende gabs Kinderradeln in Niederoesterreich. Und huch, auch das schlaucht.